So schützt du dich in Co-Working-Spaces

🧭 Einleitung: Arbeiten, wo andere reisen – aber sicher

Co-Working-Spaces sind das Herz der modernen Arbeitswelt.
Sie bringen Kreative, Freelancer, Start-ups und Remote-Worker aus aller Welt zusammen – inspirierend, flexibel, frei.

Doch wo viele Geräte, Menschen und Netzwerke zusammentreffen, entsteht auch ein ideales Ziel für Angreifer.
Ein ungeschütztes WLAN, ein neugieriger Nachbar oder eine versehentlich geteilte Datei – und schon steht dein gesamtes digitales Setup offen.

👉 In diesem Artikel erfährst du:

  • welche Risiken in Co-Working-Spaces lauern,
  • wie du dich technisch und organisatorisch schützt,
  • und welche Gewohnheiten dich langfristig sicher machen – ganz ohne Paranoia.

🧱 Warum Co-Working-Spaces ein Sicherheitsrisiko sein können

Co-Working-Spaces sind meist gemeinschaftlich genutzte Umgebungen – das ist ihre Stärke, aber auch ihre Schwachstelle.

Typische Risiken:

  1. Geteilte Netzwerke: Viele Nutzer im selben WLAN = mehr Angriffsfläche.
  2. Physischer Zugriff: Fremde können Geräte oder USB-Ports leicht erreichen.
  3. Soziale Angriffe: Phishing, „Shoulder Surfing“ oder Manipulation im Gespräch.
  4. Gemeinsame Geräte: Drucker, NAS-Systeme oder Smart-Screens mit Zugriff auf sensible Daten.
  5. Fehlende Richtlinien: Kein zentraler IT-Schutz wie in klassischen Büros.

💬 Beispiel:
Ein Freelancer arbeitet im Co-Working-Space an einem Kundenprojekt.
Ein anderer Gast verbindet sich mit demselben Netzwerk und scannt ungeschützte Geräte – inklusive seines Laptops.


🔍 Risiko Nr. 1: Unsichere WLANs

Die meisten Co-Working-Spaces bieten kostenloses WLAN – aber selten mit professioneller Netzwerksicherheit.
Manche trennen Nutzergeräte nicht voneinander, andere verwenden einfache Router ohne aktuelle Verschlüsselung.

Lösung:

  • VPN immer aktivieren – verschlüsselt alle Daten und schützt deine IP-Adresse.
  • Firewall eingeschaltet lassen – blockiert unerwünschte Zugriffe.
  • Netzwerkprofil auf „öffentlich“ setzen (Windows/Mac).

💡 Tipp:
Wenn du regelmäßig denselben Space nutzt, sprich mit dem Betreiber über „Client-Isolation“ – eine Funktion, die Geräte im WLAN voneinander trennt.


🧠 Risiko Nr. 2: Physischer Zugriff auf Geräte

Im offenen Arbeitsumfeld ist es leicht, unbeaufsichtigte Laptops oder Smartphones zu entwenden oder kurzzeitig zu manipulieren.

Lösung:

  • Laptop nie unbeaufsichtigt lassen – auch nicht „nur kurz“.
  • Verwende Kensington-Schloss oder Diebstahlsicherung.
  • Aktiviere automatische Bildschirmsperre nach wenigen Minuten Inaktivität.
  • Keine fremden USB-Geräte (z. B. „hilfreiche“ Ladegeräte) anstecken.

💬 Extra-Tipp:
Nutze eine Laptop-Ortungsfunktion (z. B. Apple „Wo ist?“, Windows „Mein Gerät finden“).


🧳 Risiko Nr. 3: Gemeinsame Infrastruktur

Viele Co-Working-Spaces bieten zentrale Geräte an:

  • Drucker & Scanner
  • Cloud-Speicher oder NAS-Systeme
  • Smartboards & Präsentationstools

Diese Systeme sind oft nicht ausreichend abgesichert.

Lösung:

  • Niemals vertrauliche Dokumente über gemeinsam genutzte Geräte drucken oder scannen.
  • Eigene Cloud- oder Drucklösung verwenden (z. B. mobiler Drucker oder verschlüsselter Cloud-Sync).
  • Auf Geräten keine Passwörter speichern.

💡 Tipp:
Vertrauliche Daten nie lokal auf gemeinsam genutzten Computern öffnen oder speichern.


📩 Risiko Nr. 4: Social Engineering & Phishing

Nicht jede Gefahr kommt aus dem Internet – manche beginnt im Gespräch.
In Co-Working-Spaces entstehen schnell Kontakte, aber auch Vertrauenssituationen, die ausgenutzt werden können.

Beispiele:

  • Jemand bittet um „kurzes WLAN-Sharing“ oder einen USB-Stick.
  • Du bekommst scheinbar interne E-Mails („Zugang zum Drucker aktualisieren“).
  • Fremde sehen Login-Daten oder vertrauliche Dokumente über die Schulter.

Lösung:

  • Keine Passwörter oder QR-Codes offen liegen lassen.
  • Bildschirm mit Privacy-Filter schützen.
  • E-Mails und Links immer prüfen, auch wenn sie vom Space selbst zu kommen scheinen.
  • Fremde USB-Sticks oder Kabel nie verwenden.

💬 Merke:
Vertrauen ist gut – Sicherheitsbewusstsein ist besser.


🔐 Risiko Nr. 5: Fehlende Datenschutzkontrolle

Freelancer und Remote-Teams unterliegen oft der DSGVO – auch unterwegs.
Wenn Kundendaten im Co-Working-Space verarbeitet werden, gelten dieselben Datenschutzpflichten wie im Büro.

Lösung:

  • Keine sensiblen Daten auf offen zugänglichen Geräten speichern.
  • Backup und Cloud nur über verschlüsselte Dienste durchführen.
  • Kundendaten pseudonymisieren oder lokal verschlüsseln.
  • Bildschirm und Kamera bei Pausen sperren.

💡 Tipp:
Erstelle eine einfache Checkliste zur DSGVO-Konformität für deine mobile Arbeit – sie schützt dich und deine Auftraggeber.


⚙️ Technisches Sicherheits-Setup für Co-Working-Spaces

BereichEmpfehlung
VerbindungVPN mit Kill Switch aktiv
GeräteschutzBitLocker (Windows) / FileVault (macOS)
Authentifizierung2FA mit Authenticator-App
WLAN-EinstellungÖffentliches Netzwerk, Firewall aktiv
PasswörterPasswortmanager mit biometrischer Sperre
DatenspeicherungCloud mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
BackupsAutomatisch + verschlüsselt
Privacy-FilterPflicht bei offenen Arbeitsplätzen

🧩 Sicherheitsverhalten im Alltag

SituationRisikoLösung
Laptop kurz unbeaufsichtigtDiebstahl, DatenverlustSperrbildschirm, Schloss
Gespräch mit FremdenSocial EngineeringKeine sensiblen Infos teilen
WLAN-VerbindungDatenabgriffVPN + Firewall
Nutzung von Drucker / ScannerDaten im ZwischenspeicherEigene Geräte oder Cloud
Gemeinsame Steckdosen / USBSchadsoftwareNur eigene Ladegeräte
Nach FeierabendDatenzugriff durch ReinigungspersonalGeräte sperren oder mitnehmen

📋 Checkliste: Sicher im Co-Working-Space

✅ VPN aktivieren, sobald du dich verbindest
✅ Firewall an, Dateifreigaben aus
✅ Bildschirm- und Festplattenverschlüsselung aktiv
✅ 2FA für alle wichtigen Konten
✅ Keine sensiblen Dokumente offen anzeigen
✅ Eigene Ladegeräte und Speichermedien nutzen
✅ Laptop immer sichern oder mitnehmen
✅ Backups regelmäßig durchführen

💡 Bonus-Tipp:
Wenn du oft den Space wechselst, richte dir ein mobiles Sicherheitspaket ein:
– VPN-App
– Privacy-Filter
– Kensington-Schloss
– USB-Datenblocker
– Externe SSD für verschlüsselte Backups


📊 Häufige Fehler in Co-Working-Spaces

FehlerFolgeBessere Lösung
„Ich bin hier unter Profis, das ist sicher.“Falsches Vertrauen, offene DatenGleiche Vorsicht wie im öffentlichen WLAN
„Ich speicher’s schnell am Drucker-PC.“Zugriff durch DritteEigene Geräte verwenden
„Ich geh nur kurz zur Toilette.“GerätendiebstahlSperrbildschirm aktivieren
„Ich nutze das WLAN vom Nachbartisch mit.“Unsicheres NetzwerkNur Space-eigenes, bekanntes WLAN

🌟 Fazit: Gemeinschaft ja – aber mit gesundem Sicherheitsbewusstsein

Co-Working-Spaces sind großartig für Kreativität, Austausch und Flexibilität.
Aber sie erfordern ein neues Denken in Sachen Sicherheit: Du arbeitest nicht allein, sondern mitten in einem digitalen Ökosystem.

Ein paar kleine Maßnahmen entscheiden darüber, ob du produktiv oder verwundbar bist.

👉 Merke dir:

  • VPN & Firewall sind deine Grundausstattung.
  • Geräte nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Datenverschlüsselung und 2FA sind Pflicht.

So arbeitest du überall sicher – ob in Berlin, Bali oder Buenos Aires. 🌎💻

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