🧭 Einleitung: Arbeiten, wo andere reisen – aber sicher
Co-Working-Spaces sind das Herz der modernen Arbeitswelt.
Sie bringen Kreative, Freelancer, Start-ups und Remote-Worker aus aller Welt zusammen – inspirierend, flexibel, frei.
Doch wo viele Geräte, Menschen und Netzwerke zusammentreffen, entsteht auch ein ideales Ziel für Angreifer.
Ein ungeschütztes WLAN, ein neugieriger Nachbar oder eine versehentlich geteilte Datei – und schon steht dein gesamtes digitales Setup offen.
👉 In diesem Artikel erfährst du:
- welche Risiken in Co-Working-Spaces lauern,
- wie du dich technisch und organisatorisch schützt,
- und welche Gewohnheiten dich langfristig sicher machen – ganz ohne Paranoia.
🧱 Warum Co-Working-Spaces ein Sicherheitsrisiko sein können
Co-Working-Spaces sind meist gemeinschaftlich genutzte Umgebungen – das ist ihre Stärke, aber auch ihre Schwachstelle.
Typische Risiken:
- Geteilte Netzwerke: Viele Nutzer im selben WLAN = mehr Angriffsfläche.
- Physischer Zugriff: Fremde können Geräte oder USB-Ports leicht erreichen.
- Soziale Angriffe: Phishing, „Shoulder Surfing“ oder Manipulation im Gespräch.
- Gemeinsame Geräte: Drucker, NAS-Systeme oder Smart-Screens mit Zugriff auf sensible Daten.
- Fehlende Richtlinien: Kein zentraler IT-Schutz wie in klassischen Büros.
💬 Beispiel:
Ein Freelancer arbeitet im Co-Working-Space an einem Kundenprojekt.
Ein anderer Gast verbindet sich mit demselben Netzwerk und scannt ungeschützte Geräte – inklusive seines Laptops.
🔍 Risiko Nr. 1: Unsichere WLANs
Die meisten Co-Working-Spaces bieten kostenloses WLAN – aber selten mit professioneller Netzwerksicherheit.
Manche trennen Nutzergeräte nicht voneinander, andere verwenden einfache Router ohne aktuelle Verschlüsselung.
Lösung:
- VPN immer aktivieren – verschlüsselt alle Daten und schützt deine IP-Adresse.
- Firewall eingeschaltet lassen – blockiert unerwünschte Zugriffe.
- Netzwerkprofil auf „öffentlich“ setzen (Windows/Mac).
💡 Tipp:
Wenn du regelmäßig denselben Space nutzt, sprich mit dem Betreiber über „Client-Isolation“ – eine Funktion, die Geräte im WLAN voneinander trennt.
🧠 Risiko Nr. 2: Physischer Zugriff auf Geräte
Im offenen Arbeitsumfeld ist es leicht, unbeaufsichtigte Laptops oder Smartphones zu entwenden oder kurzzeitig zu manipulieren.
Lösung:
- Laptop nie unbeaufsichtigt lassen – auch nicht „nur kurz“.
- Verwende Kensington-Schloss oder Diebstahlsicherung.
- Aktiviere automatische Bildschirmsperre nach wenigen Minuten Inaktivität.
- Keine fremden USB-Geräte (z. B. „hilfreiche“ Ladegeräte) anstecken.
💬 Extra-Tipp:
Nutze eine Laptop-Ortungsfunktion (z. B. Apple „Wo ist?“, Windows „Mein Gerät finden“).
🧳 Risiko Nr. 3: Gemeinsame Infrastruktur
Viele Co-Working-Spaces bieten zentrale Geräte an:
- Drucker & Scanner
- Cloud-Speicher oder NAS-Systeme
- Smartboards & Präsentationstools
Diese Systeme sind oft nicht ausreichend abgesichert.
Lösung:
- Niemals vertrauliche Dokumente über gemeinsam genutzte Geräte drucken oder scannen.
- Eigene Cloud- oder Drucklösung verwenden (z. B. mobiler Drucker oder verschlüsselter Cloud-Sync).
- Auf Geräten keine Passwörter speichern.
💡 Tipp:
Vertrauliche Daten nie lokal auf gemeinsam genutzten Computern öffnen oder speichern.
📩 Risiko Nr. 4: Social Engineering & Phishing
Nicht jede Gefahr kommt aus dem Internet – manche beginnt im Gespräch.
In Co-Working-Spaces entstehen schnell Kontakte, aber auch Vertrauenssituationen, die ausgenutzt werden können.
Beispiele:
- Jemand bittet um „kurzes WLAN-Sharing“ oder einen USB-Stick.
- Du bekommst scheinbar interne E-Mails („Zugang zum Drucker aktualisieren“).
- Fremde sehen Login-Daten oder vertrauliche Dokumente über die Schulter.
Lösung:
- Keine Passwörter oder QR-Codes offen liegen lassen.
- Bildschirm mit Privacy-Filter schützen.
- E-Mails und Links immer prüfen, auch wenn sie vom Space selbst zu kommen scheinen.
- Fremde USB-Sticks oder Kabel nie verwenden.
💬 Merke:
Vertrauen ist gut – Sicherheitsbewusstsein ist besser.
🔐 Risiko Nr. 5: Fehlende Datenschutzkontrolle
Freelancer und Remote-Teams unterliegen oft der DSGVO – auch unterwegs.
Wenn Kundendaten im Co-Working-Space verarbeitet werden, gelten dieselben Datenschutzpflichten wie im Büro.
Lösung:
- Keine sensiblen Daten auf offen zugänglichen Geräten speichern.
- Backup und Cloud nur über verschlüsselte Dienste durchführen.
- Kundendaten pseudonymisieren oder lokal verschlüsseln.
- Bildschirm und Kamera bei Pausen sperren.
💡 Tipp:
Erstelle eine einfache Checkliste zur DSGVO-Konformität für deine mobile Arbeit – sie schützt dich und deine Auftraggeber.
⚙️ Technisches Sicherheits-Setup für Co-Working-Spaces
| Bereich | Empfehlung |
|---|---|
| Verbindung | VPN mit Kill Switch aktiv |
| Geräteschutz | BitLocker (Windows) / FileVault (macOS) |
| Authentifizierung | 2FA mit Authenticator-App |
| WLAN-Einstellung | Öffentliches Netzwerk, Firewall aktiv |
| Passwörter | Passwortmanager mit biometrischer Sperre |
| Datenspeicherung | Cloud mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
| Backups | Automatisch + verschlüsselt |
| Privacy-Filter | Pflicht bei offenen Arbeitsplätzen |
🧩 Sicherheitsverhalten im Alltag
| Situation | Risiko | Lösung |
|---|---|---|
| Laptop kurz unbeaufsichtigt | Diebstahl, Datenverlust | Sperrbildschirm, Schloss |
| Gespräch mit Fremden | Social Engineering | Keine sensiblen Infos teilen |
| WLAN-Verbindung | Datenabgriff | VPN + Firewall |
| Nutzung von Drucker / Scanner | Daten im Zwischenspeicher | Eigene Geräte oder Cloud |
| Gemeinsame Steckdosen / USB | Schadsoftware | Nur eigene Ladegeräte |
| Nach Feierabend | Datenzugriff durch Reinigungspersonal | Geräte sperren oder mitnehmen |
📋 Checkliste: Sicher im Co-Working-Space
✅ VPN aktivieren, sobald du dich verbindest
✅ Firewall an, Dateifreigaben aus
✅ Bildschirm- und Festplattenverschlüsselung aktiv
✅ 2FA für alle wichtigen Konten
✅ Keine sensiblen Dokumente offen anzeigen
✅ Eigene Ladegeräte und Speichermedien nutzen
✅ Laptop immer sichern oder mitnehmen
✅ Backups regelmäßig durchführen
💡 Bonus-Tipp:
Wenn du oft den Space wechselst, richte dir ein mobiles Sicherheitspaket ein:
– VPN-App
– Privacy-Filter
– Kensington-Schloss
– USB-Datenblocker
– Externe SSD für verschlüsselte Backups
📊 Häufige Fehler in Co-Working-Spaces
| Fehler | Folge | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| „Ich bin hier unter Profis, das ist sicher.“ | Falsches Vertrauen, offene Daten | Gleiche Vorsicht wie im öffentlichen WLAN |
| „Ich speicher’s schnell am Drucker-PC.“ | Zugriff durch Dritte | Eigene Geräte verwenden |
| „Ich geh nur kurz zur Toilette.“ | Gerätendiebstahl | Sperrbildschirm aktivieren |
| „Ich nutze das WLAN vom Nachbartisch mit.“ | Unsicheres Netzwerk | Nur Space-eigenes, bekanntes WLAN |
🌟 Fazit: Gemeinschaft ja – aber mit gesundem Sicherheitsbewusstsein
Co-Working-Spaces sind großartig für Kreativität, Austausch und Flexibilität.
Aber sie erfordern ein neues Denken in Sachen Sicherheit: Du arbeitest nicht allein, sondern mitten in einem digitalen Ökosystem.
Ein paar kleine Maßnahmen entscheiden darüber, ob du produktiv oder verwundbar bist.
👉 Merke dir:
- VPN & Firewall sind deine Grundausstattung.
- Geräte nie unbeaufsichtigt lassen.
- Datenverschlüsselung und 2FA sind Pflicht.
So arbeitest du überall sicher – ob in Berlin, Bali oder Buenos Aires. 🌎💻

