Externe SSD oder Cloud? – was für Nomaden besser ist

🌍 Einleitung – Wenn Datensicherung Teil deines Lebens wird

Du sitzt im Café in Chiang Mai, bearbeitest Bilder, schneidest ein Video oder arbeitest an einem Kundenprojekt – alles läuft reibungslos. Doch was, wenn dein Laptop plötzlich nicht mehr startet? Oder der Rucksack im Bus liegen bleibt?

Für digitale Nomaden ist Datensicherung kein theoretisches Thema, sondern tägliche Realität. Die Frage lautet nicht ob du ein Backup brauchst, sondern wie:
Externe SSD oder Cloud?

Beide Systeme haben ihre Stärken und Schwächen. Die einen schwören auf physische Kontrolle und Geschwindigkeit, die anderen auf ortsunabhängigen Zugriff und Redundanz. In diesem Artikel zeige ich dir, was wirklich besser zu deinem Lifestyle passt – und warum die beste Lösung meist irgendwo dazwischen liegt.


💾 Externe SSD – Sicherheit zum Anfassen

Eine externe SSD ist für viele Reisende die erste Wahl. Kein Wunder: Sie ist klein, robust, blitzschnell und funktioniert ohne Internet. Du kannst deine Backups jederzeit erstellen – egal ob im Zug, Flugzeug oder am Strand.

Die beliebtesten Modelle wie Samsung T7 Shield, SanDisk Extreme Pro oder Crucial X9 Pro sind stoßfest, wasserresistent und schaffen Transferraten von bis zu 1.000 MB/s. Das heißt: Eine 10-GB-Datei ist in Sekunden gesichert.

Doch der größte Vorteil liegt in der physischen Kontrolle. Deine Daten liegen in deiner Hand, nicht auf Servern irgendwo auf der Welt. Für sensible Projekte oder Kundenmaterial ist das ein unschätzbarer Pluspunkt.

Allerdings ist diese Kontrolle auch ihre Schwäche – denn sie endet, sobald du dein Laufwerk verlierst oder es beschädigt wird.


⚙️ Vorteile externer SSDs

Eine SSD ist die schnellste und direkteste Form des Backups. Du brauchst keine Software, kein Login, keine Verbindung – nur ein Kabel.

Sie funktioniert sofort und ist ideal für große Dateien wie Videos, Fotos oder Projektarchive.
Auch wenn du unterwegs kein stabiles Internet hast, bleibt die SSD deine zuverlässigste Backup-Lösung.

Hinzu kommt: SSDs sind stromsparend und lautlos, perfekt für Reisen mit leichtem Gepäck. Eine 2-TB-SSD passt in die Hosentasche und ersetzt ganze Koffer voller alter Festplatten.

Für viele digitale Nomaden ist das die entscheidende Freiheit: alles dabei, alles unter Kontrolle.


⚠️ Nachteile externer SSDs

So praktisch sie sind – SSDs haben klare Grenzen. Der größte Nachteil: Sie sind physisch.
Einmal verloren, gestohlen oder beschädigt, sind die Daten weg. Keine Cloud, kein Anbieter, kein zweiter Zugriffspunkt kann helfen.

Hinzu kommt, dass SSDs – obwohl robuster als klassische HDDs – empfindlich auf starke Erschütterungen, Überhitzung oder Feuchtigkeit reagieren können.
Besonders auf Reisen, bei wechselnden Temperaturen oder improvisierten Arbeitsplätzen, steigt das Risiko unbemerkter Schäden.

Auch das Thema Redundanz spielt eine Rolle: Eine einzelne SSD ist kein Backup, sondern nur eine Kopie. Erst wenn du regelmäßig spiegelst oder synchronisierst, entsteht echte Datensicherheit – was wiederum Zeit kostet.


☁️ Cloud – Sicherheit aus der Ferne

Die Cloud ist das Gegenmodell zur physischen Festplatte. Sie arbeitet unsichtbar, automatisiert und ortsunabhängig. Du brauchst kein zusätzliches Gerät, kein Kabel und keine Angst vor Verlust.

Einmal eingerichtet, sichert ein Cloud-System wie iDrive, pCloud oder Backblaze deine Daten automatisch – oft sogar in Echtzeit.
Ob dein Laptop abstürzt oder dein Gepäck verschwindet, deine Dateien bleiben online sicher gespeichert und können jederzeit wiederhergestellt werden.

Für Nomaden, die ständig den Standort wechseln, ist das ein unschätzbarer Vorteil. Du brauchst nur Internet – und schon ist dein digitales Leben wieder verfügbar.


🌐 Vorteile von Cloud-Backups

Der größte Vorteil der Cloud ist ihre Automatisierung. Du musst nichts mehr tun – deine Sicherung läuft von selbst.
Änderst du eine Datei, wird sie automatisch in die Cloud übertragen. Löscht du sie versehentlich, kannst du sie über die Versionierung wiederherstellen.

Cloud-Backups sind zudem redundant gespeichert – oft in mehreren Rechenzentren gleichzeitig. Das bedeutet, selbst wenn ein Server ausfällt, bleibt dein Backup sicher.

Ein weiterer Pluspunkt: Du kannst auf deine Daten von überall zugreifen. Ob am Smartphone, Tablet oder fremden Computer – dein Backup ist immer da, wo du bist.

Und schließlich bietet die Cloud auch Verschlüsselung auf Enterprise-Niveau. Anbieter wie iDrive oder Tresorit nutzen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass selbst der Anbieter deine Daten nicht lesen kann.


⚠️ Nachteile der Cloud

Trotz aller Vorteile hat die Cloud auch ihre Tücken. Die offensichtlichste: Sie ist abhängig vom Internet.
In Ländern mit instabilen Verbindungen oder limitierten Datenvolumen kann ein Upload schnell zur Geduldsprobe werden.

Hinzu kommen Datenschutzfragen. Nicht jeder Anbieter speichert nach europäischen Standards oder bietet eine Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Wer mit Kundendaten arbeitet, muss DSGVO-konform handeln – was nicht jede Cloud erfüllt.

Ein weiterer Punkt ist der Preis. Während eine SSD eine einmalige Anschaffung ist, entstehen bei Cloud-Diensten laufende Kosten.
Zudem sind große Datenmengen – etwa Videos oder RAW-Fotos – teuer und zeitintensiv in der Übertragung.

Auch hier gilt: Cloud-Backups sind kein Ersatz für lokale Sicherungen. Wird dein Account gehackt, gelöscht oder gesperrt, verlierst du ebenfalls den Zugriff.


🔐 Sicherheit: Wer schützt besser?

Sicherheit ist das Hauptargument beider Systeme – aber auf unterschiedliche Weise.

Die SSD schützt durch Isolation: Sie ist offline, unhackbar und nur für dich zugänglich.
Die Cloud schützt durch Redundanz: Sie speichert mehrere Kopien, verschlüsselt sie und verteilt sie auf verschiedene Standorte.

Die sicherste Lösung kombiniert beides.
Eine verschlüsselte SSD sorgt dafür, dass niemand an deine Daten kommt, wenn du sie verlierst. Eine Cloud-Kopie schützt dich, wenn du das Laufwerk selbst verlierst.

Wer zusätzlich ein VPN wie Surfshark nutzt, verschlüsselt den Datentransfer und schützt sich in öffentlichen WLANs doppelt.


⚡ Geschwindigkeit im Vergleich

In puncto Geschwindigkeit ist die SSD unschlagbar. Eine externe NVMe-SSD kann Daten zehnmal schneller übertragen als eine durchschnittliche Internetverbindung.
Gerade bei großen Videodateien oder Fotoarchiven ist das ein massiver Vorteil.

Die Cloud punktet dagegen mit Bequemlichkeit. Einmal hochgeladen, brauchst du dich nie wieder darum zu kümmern.
Die meisten Anbieter unterstützen inkrementelle Backups – sie laden nur geänderte Teile hoch. Dadurch sinkt der Zeitaufwand deutlich.

Wer jedoch auf Reisen mit schwachem WLAN arbeitet, sollte Cloud-Uploads besser planen – nachts, in Coworking-Spaces oder mit limitierter Bandbreite im Hintergrund.


🧱 Kostenvergleich

Bei den Kosten liegt die SSD zunächst vorn. Eine 2-TB-SSD kostet rund 100–150 €, einmalig. Danach entstehen keine laufenden Gebühren.
Eine Cloud-Lösung wie iDrive kostet im Jahresabo etwa 80–100 €, je nach Speichergröße.

Auf lange Sicht nähert sich der Preis also an.
Entscheidend ist, was du brauchst: kurzfristige Flexibilität oder langfristige Automatisierung.

Für große Datenmengen, die selten verändert werden, lohnt sich die SSD. Für ständig wachsende Projekte und tägliche Synchronisation ist die Cloud langfristig effizienter – und sicherer gegen Totalausfälle.


🧠 Für wen welche Lösung passt

Wenn du unterwegs oft ohne stabiles Internet arbeitest, zum Beispiel als Fotograf, Videograf oder Reisereporter, ist die externe SSD dein bester Freund. Du kannst sofort sichern, kopieren und weiterarbeiten, ohne auf Uploads zu warten.

Wenn du ortsunabhängig arbeitest – etwa als Designer, Entwickler oder Texter –, bietet die Cloud maximale Flexibilität. Du kannst von überall zugreifen und dich auf automatisierte Sicherung verlassen.

Viele Nomaden kombinieren beide Systeme: lokale SSDs für aktuelle Projekte, Cloud-Backups für abgeschlossene oder kritische Daten.
Diese Hybridlösung vereint Geschwindigkeit und Sicherheit – und macht dich unabhängig von äußeren Umständen.


☁️ Hybrid-Setup – das Beste aus beiden Welten

In der Praxis funktioniert das so: Du arbeitest auf deinem Laptop mit einer schnellen SSD als Arbeitslaufwerk.
Am Ende des Tages spiegelst du die Inhalte auf eine zweite SSD – das ist deine lokale Sicherung.

Einmal pro Woche synchronisiert dein Cloud-Backup-Dienst die wichtigsten Ordner automatisch online. So sind deine Daten doppelt geschützt: lokal greifbar, online abgesichert.

Für diesen Workflow eignen sich Kombinationen wie:

  • pCloud + externe SSD (Samsung T7)
  • iDrive + GoodSync
  • Tresorit + lokale Spiegelung mit FreeFileSync

Damit hast du gleichzeitig Geschwindigkeit, Redundanz und weltweiten Zugriff – ohne Kompromisse.


📶 Mobilität & Alltagstauglichkeit

Für Reisende zählt nicht nur Sicherheit, sondern auch Handhabung.
SSDs brauchen kein Internet, aber sie brauchen Pflege: regelmäßig anschließen, synchronisieren, sicher verstauen.
Clouds hingegen laufen völlig unsichtbar im Hintergrund, solange du online bist.

Die Frage ist also, ob du lieber manuell und schnell oder automatisch und ortsunabhängig arbeitest.

Viele Nomaden entscheiden sich für SSDs während aktiver Projekte und Cloud-Lösungen für den Ruhezustand – etwa nach Abschluss eines Kundenauftrags oder während Langzeitreisen.

So bleibt die tägliche Arbeit effizient, ohne den Schutz zu vernachlässigen.


🔒 Datenschutz & DSGVO

Für Freelancer, die mit europäischen Kunden arbeiten, ist Datenschutz ein Muss.
Nicht jede Cloud erfüllt die Anforderungen der DSGVO – viele US-Anbieter speichern Daten außerhalb der EU.

Wenn du DSGVO-konform arbeiten möchtest, achte auf Serverstandorte in Europa und Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Gute Optionen sind:

  • pCloud (EU-Server / Schweiz)
  • Tresorit (Schweiz / EU)
  • iDrive EU (Frankfurt, Deutschland)

Eine verschlüsselte SSD erfüllt die DSGVO technisch gesehen ebenfalls, solange sie mit einem sicheren Passwort und modernen Verschlüsselungsstandards (AES-256) geschützt ist.


🧩 Praxisbeispiel

Lea, 29, Content-Creatorin, reist durch Südamerika. Sie nutzt eine SanDisk Extreme SSD für ihre täglichen Videoprojekte und sichert alles über Nacht automatisch in die iDrive-Cloud.
Wenn das WLAN schlecht ist, pausiert sie die Uploads. Ihre wichtigsten Projekte sind dennoch lokal doppelt vorhanden – auf Laptop und SSD.

Als ihr Laptop einmal im Hostel gestohlen wurde, konnte sie nach zwei Tagen wieder arbeiten. Die Projekte lagen in der Cloud, ihre Rohdaten auf der Ersatz-SSD.
Heute nennt sie ihr System „mein digitaler Fallschirm“.


🔚 Fazit – Die richtige Lösung hängt von dir ab

Externe SSD oder Cloud – beides hat klare Vorteile. Die SSD ist schnell, greifbar und unabhängig vom Internet. Die Cloud ist automatisiert, sicher und ortsunabhängig.

Die Wahrheit ist: Kein System ist perfekt, aber zusammen sind sie unschlagbar.
Wer klug kombiniert, sichert sich doppelt ab – und schafft sich echte Freiheit.

Für Nomaden bedeutet das: SSD für Geschwindigkeit, Cloud für Sicherheit.
So arbeitest du ungestört, bleibst flexibel – und verlierst nie wieder etwas, das du nicht ersetzen kannst.

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