🌍 Einleitung – Sicherheit endet nicht beim Backup
Du sitzt im Hostel in Lissabon, arbeitest an deinem Laptop, und im Hintergrund läuft dein Cloud-Backup. Alles automatisiert, alles sicher – oder?
Nicht ganz. Denn während deine Daten verschlüsselt in die Cloud hochgeladen werden, läuft die Übertragung selbst möglicherweise über ein unsicheres WLAN.
Ein Backup schützt nur das, was bereits gespeichert ist – nicht den Weg dorthin. Und genau hier kommt das VPN ins Spiel.
VPN und Backup sind zwei Seiten derselben Medaille. Das eine bewahrt deine Daten vor Verlust, das andere vor Zugriff. Erst gemeinsam sorgen sie dafür, dass deine digitale Sicherheit lückenlos ist.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum ein VPN beim Sichern unverzichtbar ist, wie du beide Systeme kombinierst, welche Anbieter gut zusammenarbeiten und welche typischen Fehler du vermeiden solltest.
🧠 Warum du dein Backup mit VPN kombinieren solltest
Ein VPN („Virtual Private Network“) verschlüsselt deinen gesamten Datenverkehr. Das heißt: Niemand – weder dein Internetanbieter, noch das WLAN im Café oder ein neugieriger Hacker – kann sehen, was du hochlädst oder herunterlädst.
Wenn du also Cloud-Backups nutzt, lädst du Dateien auf entfernte Server. Ohne VPN läuft dieser Transfer zwar verschlüsselt (z. B. über HTTPS oder TLS), aber deine Verbindungsdaten bleiben sichtbar: IP-Adresse, Standort, Anbieter.
Damit lässt sich oft leicht nachvollziehen, wann und wohin du Daten sendest – ein Risiko für Privatsphäre und Datenschutz.
Ein VPN fügt hier eine zusätzliche Schutzschicht hinzu. Es macht deine Verbindungen anonym, verschlüsselt sie vollständig und verhindert, dass jemand erkennt, welche Cloud oder Backup-Software du nutzt.
Kurz gesagt:
- Backup = Datensicherheit
- VPN = Verbindungssicherheit
- Beides zusammen = vollständiger Schutz
💾 Die Verbindung zwischen Backup & VPN
Viele Cloud-Backups übertragen sensible Daten: Kundendokumente, Fotos, Rechnungen, Quellcode oder persönliche Dateien.
Zwar verschlüsseln seriöse Anbieter wie iDrive, pCloud oder Tresorit deine Daten schon auf Dateiebene, aber das schützt nicht zwangsläufig deine Netzwerkverbindung.
Gerade auf Reisen arbeitest du oft mit öffentlichen Netzwerken – in Coworking-Spaces, Flughäfen, Hotels. Diese WLANs sind praktisch, aber leicht manipulierbar.
Ein Angreifer kann versuchen, deinen Traffic abzufangen oder umzuleiten. Das passiert meist unbemerkt – und kann dazu führen, dass deine Backup-Daten unvollständig oder sogar kompromittiert werden.
Ein VPN verschlüsselt diesen gesamten Kanal. Selbst wenn du dich in einem unsicheren Netzwerk befindest, ist dein Backup-Transfer völlig unlesbar.
⚙️ Wie du VPN und Backup praktisch kombinierst
Die Kombination ist technisch einfach, aber strategisch wirkungsvoll. Wichtig ist, dass du weißt, wann und wie dein VPN aktiv sein sollte.
Schritt 1: VPN dauerhaft aktivieren
Bevor du dein Backup startest oder planst, schalte dein VPN ein. Moderne VPNs wie Surfshark, NordVPN oder ProtonVPN bieten automatische Startfunktionen – sie verbinden sich sofort beim Hochfahren deines Geräts.
So stellst du sicher, dass jeder Datentransfer geschützt ist, egal ob du ihn manuell oder automatisiert startest.
Schritt 2: Backup-Software konfigurieren
Backup-Tools wie iDrive, GoodSync, Acronis oder Syncthing arbeiten im Hintergrund. Stelle sicher, dass sie deine VPN-Verbindung erkennen und bei Verbindungsabbrüchen pausieren. Viele Programme bieten dazu Netzwerkkontrollen oder „Connection Checks“.
Wenn du dein Backup planst, wähle einen Zeitraum, in dem deine VPN-Verbindung stabil ist – zum Beispiel nachts oder während des Arbeitstages mit fester Verbindung.
Schritt 3: Upload testen
Ein VPN kann – je nach Anbieter und Serverstandort – die Upload-Geschwindigkeit leicht beeinflussen. Wähle daher einen Server in der Nähe deines Cloud-Anbieters (z. B. Frankfurt oder Zürich, wenn du iDrive EU oder pCloud nutzt). So bleibt dein Upload schnell und sicher zugleich.
Schritt 4: Kill-Switch aktivieren
Ein „Kill-Switch“ ist eine Sicherheitsfunktion, die deinen Internetverkehr sofort stoppt, wenn das VPN ausfällt.
Dadurch verhinderst du, dass deine Backup-Software versehentlich unverschlüsselt weiter überträgt.
Bei Surfshark oder NordVPN lässt sich der Kill-Switch direkt in den Einstellungen aktivieren.
🔒 Sicherheitsschichten im Überblick
Wenn du dein Backup mit einem VPN kombinierst, entsteht ein mehrstufiges Sicherheitsmodell:
- Lokale Verschlüsselung: Deine Dateien werden verschlüsselt gespeichert (z. B. AES-256).
- VPN-Verschlüsselung: Der Datenweg zum Cloud-Anbieter wird zusätzlich geschützt.
- Cloud-Verschlüsselung: Beim Anbieter liegen deine Daten ebenfalls verschlüsselt vor.
- Authentifizierung: Login und 2-Faktor-Schutz sichern deinen Zugriff.
Das Ergebnis ist ein System, das selbst bei gehacktem WLAN, gestohlenem Laptop oder kompromittiertem Router deine Daten schützt.
☁️ VPN & Cloud – ideale Partner
Cloud-Anbieter speichern Daten sicher, aber ihre Server können von außen angegriffen oder überwacht werden.
Mit einem VPN anonymisierst du deinen Zugriff. Der Anbieter sieht zwar, dass du dich verbindest, aber nicht, woher du kommst oder welche IP-Adresse du nutzt.
Das hat zwei Vorteile:
- Du schützt dich vor Tracking & Profilbildung.
- Du kannst geografische Beschränkungen umgehen, falls dein Backup-Dienst in einem Land blockiert ist.
Beispiel: In manchen Regionen sperren Internetanbieter Cloud-Dienste oder drosseln den Upload. Mit einem VPN umgehst du diese Einschränkungen problemlos.
⚡ Performance & Geschwindigkeit
Viele Nutzer befürchten, dass ein VPN die Übertragung verlangsamt. In der Praxis ist das kaum spürbar – vor allem bei hochwertigen VPNs.
Surfshark, NordVPN und ExpressVPN nutzen Hochgeschwindigkeitsserver, die selbst große Uploads (mehrere GB) ohne merkliche Verzögerung bewältigen.
Für maximale Effizienz gilt:
- Wähle Server nahe dem Standort deiner Cloud.
- Vermeide „Double VPN“-Modi während des Backups, da sie den Datenverkehr doppelt verschlüsseln.
- Aktiviere Split Tunneling, falls dein Backup-Tool ohnehin intern verschlüsselt (z. B. bei iDrive). So bleibt die restliche Internetverbindung ungebremst.
💡 Split Tunneling – die clevere Zwischenlösung
Split Tunneling ist eine Funktion, die es dir erlaubt, nur bestimmte Programme über das VPN laufen zu lassen – etwa dein Backup-Tool.
So bleibt dein normales Surfen oder Streamen unberührt, während dein Backup verschlüsselt übertragen wird.
Das ist ideal für Reisende mit begrenzter Bandbreite. Du kannst weiterarbeiten oder Dateien hochladen, ohne dass dein gesamtes Netzwerk verlangsamt wird.
Bei Surfshark oder NordVPN lässt sich Split Tunneling (manchmal „Bypasser“ genannt) direkt in der App aktivieren.
🧩 Lokale Backups & VPN – lohnt sich das überhaupt?
Auch wenn lokale Backups auf externe SSDs oder NAS-Systeme kein Internet benötigen, kann ein VPN trotzdem sinnvoll sein – vor allem bei Remote-Sicherungen.
Wenn du etwa ein NAS zuhause betreibst (z. B. Synology oder QNAP) und von unterwegs darauf zugreifst, schützt ein VPN diesen Zugriff vor Dritten.
Du kannst dein NAS über eine gesicherte VPN-Verbindung erreichen, ohne Portfreigaben oder unsichere DynDNS-Zugänge.
So lässt sich dein privates Backup-System aus der Ferne steuern, als würdest du im gleichen Netzwerk sitzen – aber verschlüsselt.
📱 Backups auf dem Smartphone mit VPN
Auf Mobilgeräten ist die Kombination aus Backup und VPN besonders wertvoll.
Viele Apps sichern Fotos, Kontakte und Dokumente automatisch – meist über WLAN. Wenn du in einem Hotel oder Café bist, lädst du sensible Daten über ein öffentliches Netzwerk hoch.
Ein aktives VPN (z. B. Surfshark oder ProtonVPN) sorgt dafür, dass diese Verbindungen verschlüsselt bleiben.
Achte darauf, dass dein VPN auch bei Standby aktiv bleibt – manche Smartphones deaktivieren es, wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist.
Für iPhone-Nutzer lohnt sich der „Immer-an“-VPN-Modus (unter Einstellungen → VPN). Auf Android-Geräten findest du die Option „VPN immer aktiv“ in den Netzwerkeinstellungen.
🧱 DSGVO & Datenschutz
Wer beruflich mit Kundendaten arbeitet, ist laut DSGVO verpflichtet, technische Schutzmaßnahmen zu treffen.
Ein VPN zählt dazu – ebenso wie ein verschlüsseltes Backup. Die Kombination gilt als Best Practice für Freelancer, Agenturen und digitale Nomaden, die personenbezogene Daten verarbeiten.
Wenn du DSGVO-konforme Cloud-Anbieter nutzt (z. B. iDrive EU, pCloud EU oder Tresorit), ergänzt ein VPN die Sicherheitsarchitektur um den Faktor „Transportverschlüsselung“.
Das sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern stärkt auch dein professionelles Auftreten gegenüber Kunden.
🔍 Typische Fehler bei der Kombination
Ein häufiger Fehler ist, dass Nutzer das VPN während des Backups deaktivieren, um Bandbreite zu sparen. Dadurch entsteht genau die Sicherheitslücke, die das VPN schließen soll.
Ebenso problematisch: automatische Trennung. Manche VPNs trennen die Verbindung bei Inaktivität – was dazu führt, dass laufende Backups ungeschützt fortgesetzt werden.
Stelle sicher, dass dein VPN dauerhaft aktiv bleibt, bis der Sicherungsvorgang abgeschlossen ist.
Auch falsch gewählte Server können Uploads verlangsamen oder blockieren. Wenn du Probleme hast, wechsle den Serverstandort oder aktiviere das Protokoll WireGuard – das ist moderner und schneller als ältere Standards wie OpenVPN.
🧮 Schritt-für-Schritt: dein sicheres Setup
- Installiere ein zuverlässiges VPN (z. B. Surfshark, NordVPN oder ProtonVPN).
- Aktiviere automatische Verbindung und Kill-Switch.
- Wähle einen Server in deiner Nähe oder in der Nähe deines Cloud-Anbieters.
- Öffne dein Backup-Tool (z. B. iDrive, GoodSync, Acronis).
- Teste einen Upload mit VPN – beobachte die Geschwindigkeit.
- Plane deine Backups zu festen Zeiten (z. B. nachts).
- Aktiviere 2-Faktor-Authentifizierung für beide Konten.
- Teste regelmäßig, ob Wiederherstellung & VPN-Verbindung funktionieren.
🧾 Praxisbeispiel
Lukas, 33, arbeitet als Webentwickler und reist durch Südamerika. Er nutzt iDrive für tägliche Cloud-Backups und Surfshark VPN, das sich beim Start automatisch aktiviert.
Sein Backup läuft jede Nacht um zwei Uhr, während sein Laptop im Strom hängt.
Er hat einen Server in Frankfurt gewählt – nah an seinem iDrive-Standort – und die Verbindung auf „WireGuard“ gestellt.
Seine Geschwindigkeit ist stabil, der Transfer geschützt.
Als er in einem Hostel mit öffentlichem WLAN arbeitete, versuchte ein Dritter, den Traffic zu sniffen – ohne Erfolg. Das VPN blockierte alle Zugriffe.
Heute sagt Lukas:
„Ein Backup ohne VPN fühlt sich an wie ein Tresor mit offener Tür. Erst beides zusammen ergibt echten Schutz.“
🚀 Fazit – Doppelt hält besser
Ein Backup ohne VPN ist wie ein Regenschirm mit Loch – du glaubst, geschützt zu sein, aber das Wasser findet trotzdem einen Weg.
Wenn du beide Systeme kombinierst, schließt du diese Lücke endgültig.
Ein VPN sichert deine Verbindung, ein Backup deine Daten. Zusammen sind sie das stärkste Sicherheitskonzept für digitale Nomaden, Freelancer und alle, die unterwegs arbeiten.
Richte dein System einmal sauber ein – mit iDrive oder pCloud für das Backup und Surfshark oder NordVPN für die Verbindung – und du kannst sorgenfrei überall auf der Welt arbeiten.

